Ein Automated Valuation Model (AVM) ist ein statistisches Software-Modell, das den Marktwert einer Immobilie automatisch und ohne persönliche Besichtigung berechnet. Es wertet große Mengen an Vergleichsdaten, Lagemerkmalen und Marktentwicklungen aus und liefert in Sekunden eine fundierte Wertspanne. AVMs bilden die technische Grundlage moderner Online-Bewertungswidgets und ersetzen erste Orientierungsgespräche, ohne eine individuelle Gutachterpflicht auszulösen.
Eine Echtzeitbewertung liefert dem Eigentümer sofort nach Eingabe von Adresse, Objekttyp und Wohnfläche eine automatisch berechnete Marktwertspanne – ohne Wartezeit und ohne Maklertermin. Für den Eigentümer ist sie ein greifbarer Mehrwert; für den Makler ist sie der Anreiz, der eine Kontaktaufnahme auslöst. Grundly nutzt diese Mechanik als Kern seines Lead-Generators.
Das Vergleichswertverfahren ermittelt den Marktwert einer Immobilie anhand tatsächlich erzielter Kaufpreise vergleichbarer Objekte in der gleichen Lage. Es gilt als das präziseste Verfahren für Wohnimmobilien, setzt aber ausreichend Vergleichsdaten voraus. In der Praxis liefern Gutachterausschüsse und kommerzielle Marktdatenprovider die notwendige Kaufpreissammlung als Grundlage.
Das Sachwertverfahren berechnet den Immobilienwert als Summe aus Bodenwert und dem Herstellungswert des Gebäudes abzüglich Alterswertminderung. Es wird vor allem bei selbstgenutzten Ein- und Zweifamilienhäusern angewendet, wenn kaum Vergleichspreise verfügbar sind. Der ermittelte Sachwert wird anschließend mit einem marktüblichen Korrekturfaktor (Sachwertfaktor) an das tatsächliche Preisniveau angepasst.
Das Ertragswertverfahren bewertet eine Immobilie auf Basis des nachhaltig erzielbaren Mieterlöses. Es wird hauptsächlich bei Renditeobjekten wie Mehrfamilienhäusern oder Gewerbeimmobilien eingesetzt. Vereinfacht: Jahresreinertrag geteilt durch den Liegenschaftszinssatz ergibt den Gebäudeertragswert, der zusammen mit dem Bodenwert den Gesamtwert ergibt.
Der Bodenrichtwert ist ein amtlicher Durchschnittswert für einen Quadratmeter Grundstücksfläche in einer bestimmten Lage, der von Gutachterausschüssen auf Basis realer Kaufpreise ermittelt und regelmäßig veröffentlicht wird. Er ist kostenfrei einsehbar und dient als erste Orientierung für den Grundstücksanteil bei der Immobilienbewertung. Lage-abhängig kann er erheblich vom tatsächlich erzielbaren Preis abweichen.
Die Kaufpreissammlung ist eine Datenbank realer Grundstücks- und Immobilientransaktionen, die von Gutachterausschüssen aus notariellen Kaufverträgen zusammengestellt wird. Sie bildet die empirische Grundlage für Bodenrichtwerte, Vergleichswertverfahren und AVM-Modelle. Der Zugang ist regional unterschiedlich geregelt – für professionelle AVMs lizenzieren Anbieter diese Daten großflächig.
Das Liegenschaftskataster ist das amtliche Verzeichnis aller Grundstücke in Deutschland mit Angaben zu Lage, Grenzen, Fläche und Nutzungsart. Es wird von den Katasterbehörden der Bundesländer geführt und ist Grundlage für das Grundbuch. Für die Immobilienbewertung liefert es präzise Flurstückdaten, die in die Grundstücksbewertung einfließen.
Ein Marktpreisindex misst die prozentuale Preisentwicklung auf dem Immobilienmarkt über einen definierten Zeitraum. Bekannte Beispiele sind der Immobilienpreisindex des Statistischen Bundesamts oder regionale Indizes von Immobilienportalen. AVMs und professionelle Bewertungssoftware nutzen Marktpreisindizes, um Schätzungen laufend an die aktuelle Marktentwicklung anzupassen.
Ein Bewertungsbericht ist ein dokumentiertes Gutachten, das den ermittelten Marktwert einer Immobilie sowie die methodische Grundlage der Berechnung schriftlich festhält. Er unterscheidet sich von einer automatischen AVM-Schätzung durch eine individuelle Vor-Ort-Besichtigung, rechtssichere Dokumentation und persönliche Gutachterverantwortung. Als Makler eignet sich ein Bewertungsbericht als hochwertiger Aufhänger für die persönliche Eigentümer-Akquise.
Die Wohnflächenverordnung (WoFlV) regelt seit 2004, wie Wohnflächen in Deutschland berechnet werden. Grundsätzlich zählen Räume mit mehr als 2 m Raumhöhe vollständig, Dachschrägen und Terrassen anteilig, Keller und Garagen gar nicht. Die korrekte Wohnflächenangabe ist rechtlich relevant und beeinflusst sowohl den Immobilienwert als auch etwaige Mietvertragsansprüche direkt.
Bewertungstiefe beschreibt den Detailgrad und die Präzision einer Immobilienbewertung – von einer groben AVM-basierten Online-Schätzung über eine Kurzanalyse bis hin zum vollständigen Verkehrswertgutachten. Je höher die Bewertungstiefe, desto belastbarer das Ergebnis – aber auch desto höher der Aufwand. Für die Lead-Generierung reicht eine niedrige Bewertungstiefe (AVM) aus, um Eigentümer zur Kontaktaufnahme zu motivieren.